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Websphere / J2EE statt Domino?

Als Alternative zu integrierten Groupware-Plattformen wie Lotus Domino werden in letzter Zeit häufig Schlagworte wie J2EE, Open Standards, JSP, EJB, Webservices etc. in den Raum geworfen. Die damit angesprochenen, auf Java/J2EE basierenden Anwendungs-Plattformen, wie beispielsweise IBM WebSphere, versprechen Anwendungen, die plattformunabhängig, skalierbar, und besser vernetzt sind als bisherige Lösungen.

Ein Aspekt wird dabei jedoch häufig nicht deutlich genug dargestellt: Die Anwendungsentwicklung unter J2EE ist zumindest bisher noch erheblich aufwändiger als unter Lotus Domino. Domino bietet nämlich diverse Funktionalitäten, so genannte Objektdienste, die den aufsetzenden Anwendungen ohne weiteren Programmieraufwand zur Verfügung stehen. Dazu zählen neben der Sicherheitsarchitektur, Replikationsmechanismen und diversen Mailing- und Messaging-Funktionalitäten auch eine Vielzahl von Grundfunktionalitäten für dokumentenorientierte Anwendungen (Darstellung von Daten in Eingabemasken, Bearbeitungsmöglichkeiten, Speicherung der Daten in Datenbanken, ...).

Unter J2EE müssen solche Funktionen zum Großteil "zu Fuß" programmiert werden.

Als Lösung für diese Problematik werden auch unter J2EE Framework-Strukturen geschaffen, welche die Anwendungsentwicklung durch die Bereitstellung von Standard-Komponenten beschleunigen können. Als zur Zeit auffälligstes Beispiel für diese Entwicklung kann die JavaServer Faces Technologie genannt werden, die Standardelemente und -funktionen für die Programmierung von interaktiven Benutzeroberflächen bereitstellt.

Dies ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung auf dem Weg zu einer schnellen, effizienten und damit kostengünstigen Anwendungsentwicklung unter J2EE.

Unser Fazit zu diesem Thema lautet also zumindest vorläufig: Für Projekte, bei denen vor allem der Aspekt Skalierbarkeit im Vordergrund steht, und für die auch ein hoher Entwicklungsaufwand in Kauf genommen wird, ist der Einsatz der J2EE-Technologie sinnvoll und richtig. Als vollwertiger (oder gar überlegener) Ersatz für Groupware-Plattformen zur schnellen und effizienten Entwicklung von individuellen Collaboration-Lösungen ist J2EE bisher jedoch selten die richtige Wahl.

Eine sinnvolle Einsatzmöglichkeit der J2EE-Technologie sind jedoch Portal-Systeme, wie der WebSphere Portal Server. Hier können verschiedene Anwendungen in Form von Portlets in eine gemeinsame Benutzeroberfläche integriert werden. Auf diese Weise ist es auch möglich, die Vorteile der Domino-Plattform weiterhin für die aufsetzenden Anwendungen zu nutzen und zu integrieren.

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